Hingabe des Höchsten an das Gemeine

Das Leben ist schön! – Lassen Sie Ihr JA zum Leben nicht von jenen unterdrücken, die mit der Angst ihr Geschäft machen: vor allem den Politikern und Priestern.

Dabei sind jene auch nur Opfer ihrer Erziehung. Doch das muss uns erst einmal klar werden.

Ist es nicht so, dass wir von Kindesbeinen an immer wieder nur hören, was gut oder böse sei? Die Welt wird in Heilige und Sünder geteilt. Die Unterscheidungskriterien sind die Regeln. Abertausende von Regeln, die das Richtige vom Falschen teilen.

Die Strafen, die sich die Herrschenden einfallen lassen, um Euch gefügig zu machen, sind drakonisch. Ihr werdet in die Hölle kommen – sagen sie. Ihr zittert vor Angst. Ihr könnt gar nicht anders.

Und doch: Ein Mensch, der in Angst lebt, ist ein Sklave. Er hat seine Individualität, seine Unteilbarkeit aufgegeben, handelt nicht mehr aus seinem Wesenskern heraus, sondern ist das willenlose Opfer der herrschenden Macht.

Früher hatten die Kinder Angst vor ihren Eltern, heute haben die Eltern Angst vor ihren Kindern. Früher hatten die Schüler Angst vor ihren Lehrern, heute haben die Lehrer Angst vor ihren Schülern.

Es sind die zwei Seiten einer Medaille: des Geteilt-Seins, des Gespalten-Seins.

 

Wenn Weihnachten heutzutage einen Sinn machen soll, muss es darum gehen, die Ursache zu ergründen, warum es so ist, wie es ist.

Die Symptom-Behandlung muss ein Ende haben. Sie verschiebt nur den Kern des Übels.

Wenn man keine Angst macht, kann man auch keine Angst erzeugen!

Wenn wir die Geburt Jesu als etwas für uns heute Bedeutsames begreifen, liegt das im Wort „Liebe Deinen Nächsten WIE DICH SELBST“. Das heißt: Nimm Dich in Deiner Natürlichkeit an, wie Du bist. Lass Dir keine Regeln bezüglich der natürlichsten Eigenschaft, die Du mitbringst, aufzwingen: Einzigartigkeit.

Nimm die Geburt Jesu als Aufruf zu einer Neugeburt, als Aufruf zum Erwachen, als Aufruf zum rebellischen Dasein in der Welt der alten Schriftgelehrten (der konfessionell-traditionell gebundenen Priester und ihrer vergangenheitsorientierten, konservativ-verhärteten, politischen Verbündeten), als Aufruf zur allumfassenden Liebe.

 

Machen wir uns nichts vor: Das bedeutet nicht, dass nun im Außen alles besser wird. Nein – es heißt, wachen Auges sein persönliches Golgatha anzusteuern. Es ist das bewusste Sterben für die eigene Wahrheit – und damit nicht mehr das dressierte Schlachtvieh für die bornierten Vorstellungen einer aus Gier genährten fortschrittsgläubigen, ständig aufrüstenden und damit immer mehr Angst erzeugenden Machtmaschinerie zu sein. –

Sei total! Sei Dir total gewiss, dass Du bereits alles hast, was Du brauchst. Du bist in Deiner Einzigartigkeit das Geschenk an die Welt. Lehne nichts ab, was essentiell zu Dir gehört. Akzeptiere Dich in jedem Moment. Wenn Gott (und ich meine mit diesem Begriff keine neue, letzte Projektionsfläche, sondern das unverwechselbar Höchste in Dir: der göttliche Kern, der sich individuell in Schale werfen will) Dir bestimmte Eigenarten und Fähigkeiten mitgegeben hat, muss das eine Bedeutung haben; es muss die

Geburt einer neuen Möglichkeit sein, etwas hervorzubringen, das noch nicht da war. Das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. So wie jede Geburt.

Eine Krise wie die „Finanzkrise“ ist eine willkommene Gelegenheit, sich entweder einmal keine Vorstellungen von dem zu machen, was kommen wird oder aber die Vorstellungen als Spiel des Verstandes zu begreifen – und in jedem Fall heißt das, zu akzeptieren, was kommt. Nichts zu planen. „Und warum sorgt Ihr Euch um Kleidung? Betrachtet Euch die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und sie spinnen nicht, und doch sage ich Euch, selbst Salomon in all seiner Pracht ist nicht gekleidet wie eine von ihnen. Darum: Sorgt Euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.“

Aber Ihr könnt der Ursache auf den Grund gehen und aufhören, die Symptome zu behandeln.

Dann seht Ihr die Besessenheit, mit der ein altes, überkommenes System machtlüstern verteidigt wird. Dann seht Ihr, wie sich die Weihnachtsgeschichte wiederholt, wenn dem Weib(lichen) Maria und dem Zimmermann, der göttlichen Willen in der Welt umsetzt, der Zutritt zu der Herberge verwehrt wird. Doch das, was dann schließlich im Stall (in der Dunkelheit) geboren wird, ist das strahlende Licht verheißungsvollen Lebens: Es ist die Geburt des Göttlichen in der Welt. Es ist die Geburt des Ungehorsams gegenüber den weltlichen Herrschern und das Befolgen des jenseitigen („Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“) Willens, des freien Geistes.

Lasst uns erinnern: an unsere Kinderzeit, die vertrauensselige, in der wir uns reinen Herzens am Lichterbaum erfreuten, weil wir noch nicht verbildet waren.

Lasst uns nach Innen schauen und innovativ werden, indem wir begreifen, dass Weihnachten die Hingabe des Höchsten an das Gemeine ist (Gottes Sterben in die Welt) und es in dieser Sterbe- und gleichzeitig Geburtsstunde darum geht, uns selbst als Geschenk zu geben: an das Leben, in dem die Liebe keine Grenze kennt.