Lächeln mit 65

Nächsten Monat, am 9. April, werde ich 65 Jahre alt. – Bis dahin lebte ich viele unterschiedliche Leben in diesem einen Leben. Eines aber hat sich in meiner Ausdrucksweise nicht geändert: meine innere Heiterkeit, die sich in meinem Lächeln spiegelt. Dieses Lächeln gilt jedem, denn ich liebe die Menschen – am meisten, wenn sie mich als Führer akzeptieren. Ja, ich bin ein König, der sich um das Volk stets gekümmert hat: als Herausgeber einer Zeitung, als Geschäftsführer von Seminarzentren, als Familienvater. Ich war mir immer sicher, dass es auf mich ankommt, wenn etwas in meinem Reich entwickelt, gefördert, aufgebaut werden sollte. Der initiatische Funke ging von mir aus. Die Ausführung oblag den Untergebenen, die ich anfangs streng kontrollierte, später aber vertrauensvoll in ihre Eigenverantwortlichkeit entließ. Der Erfolg gab mir immer Recht. –
Parallel dazu ergab sich aber in mir ein Bruch: Durch das Studium des „senkrechten Weltbildes“ („Wie oben, so unten“), durch das Erfassen der Analogien bzw. Synchronizitäten und das damit verbundene ständig zunehmende Verstehen meines eigenen Lebensplanes, begleitet von ebenfalls zunehmenden Zweifeln, dass ich wirklich will und in die Tat umsetze, was mein Herz (gleichgesetzt mit Gott, der höheren Instanz) will, verlor ich die Identifikation mit meinem Handeln. Mit der Folge, dass ich mir klar darüber wurde, dass es Zeit wird, weiterzugehen. Alles, was aufgebaut wurde, kann und muss nun verantwortungsvoll nachfolgenden fähigen Führern überlassen werden: mit einem Lächeln. –
Die Erkenntnis war nämlich, dass ich mich demütig in den Dienst dessen stellen muss, was ich mir für diese Inkarnation vorgenommen habe – und dies bedeutet, mein kleines Ich (das große Ego) mit all seinen Fähigkeiten für die übergeordnete Aufgabe der Gestaltung dieser Welt zur Verfügung zu halten und loszulassen von einem Werteverständnis, dass die Welt allein mir zu dienen hätte.
Jetzt glaubt bitte nicht, dass ich nun restlos geläutert sei. Ich habe so viele Leichen auf meinem Weg, so viele Verletzte zurück gelassen. Allein: Mir fehlt noch immer die Rück-Sicht. Ich habe nichts zu bereuen, denn ich wusste es – damals – nicht anders, als ich es entschied und viele „über die Klinge springen ließ“. So lächle ich über mich selbst. Und ich lächle jenen zu, die darauf warten, dass insgesamt in dieser zu gestaltenden Welt diejenigen gestärkt und gefördert werden, die in die Zukunft blicken, weil sie die Vergangenheit ohnehin nicht mehr ändern können, aber daraus insofern gelernt haben, dass sie erfuhren, dass es immer weiter geht, dass nichts endgültig ist, dass über das Verstehen das Verzeihen kommt, dass aus Feinden Freunde werden, wenn sie das Trennende überwinden und sich für das bis dahin Unverstandene öffnen.
Ich bin heiter und froh, wenn ich an das vermeintlich Böse denke, dessen ich mich aus einem bestimmten (christlichen) Blickwinkel schuldig machte. Genauso heiter und froh bin ich, wenn ich an jene denke, die mich verletzt, getadelt, verachtet, verleugnet, verraten haben. Sie haben mich jenen Punkt des Begreifens finden lassen, an dem ich jetzt bin. Lächelnd gehe ich von hier aus weiter.
Ich gehe einfach, hingegeben an das, was kommt. Ich lächle dem Traurigen wie dem Fröhlichen entgegen. –
Dies ist für mich die Freiheit, die die Reifung mit dem Älterwerden brachte. –
65 werde ich. 65 – nur eine Zahl? Theosophisch addiert (6 + 5) ergibt sich die 11 (1 + 1) und nachfolgend die 2, die nach Hans Endres´ numerologischen Studien die Qualität des Neptunischen in sich trägt. Angeregt durch diesen großen Philosophen und nachfolgend auch von seiner Lebensgefährtin Adele Fischer, habe ich selbst viele Beispiele gesammelt, die bestätigen, dass sich Schicksal über die Zahlen offenbart und immer dann, wenn das Wesentliche für eine bestimmte Zeit erfasst werden will, die Reduktion auf den theosophischen Wert – in diesem Fall die 2 – bestätigt, was sich im Leben ohnehin zeigt. Allerdings gehören zur Feinabstimmung noch andere Zahlen; Beispiel: 9.4.1945 (5) als Geburtsdatum und 9.4.2010 (7) als 65. Geburtstag. – „Neptun bedeutet die Fähigkeit, fortschreitender Bewusstseins-Erweiterung durch intuitive Erkenntnis des Schöpfungssinns, des Logos, wozu ja der Mensch als Erkenntnisorgan Gottes geschaffen wurde.“ – Das bringt nun mit 65 die „immer neue Lebensfülle“ und ist „unerschöpfliche Quelle vitaler Energien und geistiger Ideen“.- So folge ich dem vorgezeichneten Weg und werde „weisheitsvoll herrschend und souverän dominierend, alles Bestehende bewältigend und materielle Beständigkeit bewirkend“. –
Ist es jetzt an Ihnen, zu lächeln? –
Je wacher wir alle für die Verbundenheit mit allem, was ist, werden, begreifen wir die Zusammenhänge von Buchstabe und Zahl, von Geist und Materie, Quantität und Qualität. –
Da ist es auch keine Überraschung, dass ich meine Tochter zu jenem Zeitpunkt, da ich für diese Erkenntnis wach wurde, auf den Namen Laris(s)a taufen lassen ließ (la risa – span. das Lächeln).
Auf diese Weise hole ich mir jeden Tag ein vielfältiges Lächeln ab, denn Laris(s)a ist dieses Lachen, ist dieses optimistisch, offen und frei in die Welt blickende Wesen, hingegeben an das, was da kommen mag, voller Vertrauen und Zuversicht. Sie erfährt auf diese Weise, dass der Spruch, der vor zwanzig Jahren in der CENTRO-Pyramide manchem zur Begrüßung auf der „Insel der Glückseligen“ zufiel, stimmt:
„Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“