Management

1993 veranstaltete ich im damaligen Etora-Zentrum auf Lanzarote einen Kongress mit dem Titel „Management 2001 – Der Mensch im Mittelpunkt“. Die Vision war, Spiritualität mehr als bis dahin gegeben mit den Leitlinien der Wirtschaft zu verbinden. So gehörte es zur Idee der Veranstaltung, als Unternehmer oder Manager in der Wirtschaft, aber auch im privaten Bereich, von folgender Voraussetzung beim Handeln auszugehen: „Wenn man die vorhandenen Strukturen nicht mehr beherrschen kann, d.h. im Sinne eigenen Wollens manipulieren kann, wenn nichts mehr nach der Logik der Vergangenheit läuft, dann muss das Gewordene wieder dem Fluss des Geschehens übergeben werden, die Steuerung aufgegeben werden. Man muss loslassen. Das aber ist nicht leicht. – Es muss trainiert werden.“

Dazu hatten viele, auch heute noch renommierte Persönlichkeiten Resonanz. Ich nenne sie hier und heute nach fast sechzehn Jahren, weil sie versuchten, Pioniere für eine Kultur in der Gesellschaft und insbesondere in der Wirtschaft zu sein, die sich noch immer nicht durchgesetzt hat, weil die Zerstörung alter Konzepte noch nicht erfolgte, weil man noch nicht losgelassen hat und weil man das Neue nicht ausreichend trainiert hat. Aber es ist nie zu spät. Jeder der nachfolgenden Namen steht für ein einzigartiges Programm. Sie können sich viel Geld und Zeit sparen, wenn Sie sich diese Quellen erschließen:

Dr. Franz Alt: Er hat wie kein anderer auf die Notwendigkeit verantwortungsvollen Umgangs mit den bis heute genutzten Energie-Ressourcen hingewiesen und unter dem Motto „Die Sonne schickt keine Rechnung“ auf die Möglichkeiten hingewiesen, die erneuerbare Energien bieten (siehe www.sonnenseite.de).

Dr. Hans Endres: Der große Philosoph, der 2004 gestorben ist, und mit seinem Buch „Der Mensch als Mittelpunkt“ schon vor Jahrzehnten erkannte, dass es um ein integrales Management gehen muss, wenn Begriffe wie „Ganzheitlichkeit“ oder „Nachhaltigkeit“ sinnvoll und richtig gebraucht und gelebt werden sollen. Dazu gehört auch das Verständnis einer „Heldenreise“, der stufenförmigen Entwicklung eines Menschen, wie er es in seinem Buch „Das spirituelle Menschenbild“ tiefgründiger vermittelt, als es das wesentlich populärere Buch von Thorwald Dethlefsen „Schicksal als Chance“ vermag. Wer ihm auf die Spur kommen will, wende sich an Adele Fischer (www.numerologie2000.de).

Günther Feyler: der Unternehmensberater und Traumforscher (www.mdf-gf.de), der bis heute kämpferisch für eine betriebliche Leistungssteigerung durch das Beschreiten eines Weges zur inneren Wahrheit eintritt.

Edgar Friedrich: der Vollblut-Unternehmer, der aus dem Nichts eine Firma in Villingen-Schwenningen nach ganzheitlichen Kriterien aufbaute. Dazu gehörte u.a. auch die tägliche Meditation. Viel zu früh verstarb er vor einem Jahr.

Johannes Galli: der Pionier des Kommunikations-Theaters, des Stegreif-Spiels, der Clown mit „der Lust am Scheitern“, der unermüdliche Wanderer zwischen den Welten des Äußeren und Inneren, der wie kein anderer polarisiert; er stellte die These auf „Was nicht gespielt werden kann, gibt es nicht“ – und gibt damit den stärksten Hinweis auf das erhabenste Ziel allen Strebens, nämlich das Leben als Spiel zu begreifen. (www.johannesgalli.com)

Gerhard May, der Herausgeber des Magazins „managerSeminare“ und „Training aktuell“ (www.managerseminare.de), der zusammen mit Jürgen Graf, seinem Partner, damals noch bestrebt war, auch den spirituellen Aspekt im Management zu beleuchten. Heute gibt er mehr jenen Raum, die das, was 1993 schon als Grundlage für konkretes Handeln herauskristallisiert wurde, kreuz und quer kauen, damit nur gähnende Langeweile erzeugen und keinen nachhaltigen Impuls für ein zukunftsfähiges Management geben.

Roland Spinola: Er beschäftigt sich seit Anfang der 80er Jahre mit den menschlichen Denkstrukturen und führte das Herrmann Dominanz Instrument (H.D.I.) zur Denkstilanalyse erfolgreich im deutschsprachigen Raum ein (www.rolandspinola.de). Mit seinem Thema „Think on your feet“ ist er konsequent bei seinem Motto geblieben: „Es genügt nicht, Wissen zu haben, ich muss es auch überzeugend weitergeben können!“

Thies Stahl: Thies Stahl ist sicherlich der ‚dienstälteste‘ NLP-Trainer in Deutschland. Mit seinen Übersetzungen der ersten Bücher von Grinder und Bandler war er ein Wegbereiter für das NLP in Deutschland.
Mit seinem sehr fundierten Background in den unterschiedlichsten Verfahren hat er in den letzten Jahrzehnten viele NLP’ler gut ausgebildet (www.thiesstahl.de).

Caro Tille (www.ASEKzentrum.de)sagt: „Viele Typologien legen Menschen fest und sagen: So bist Du. Wenn sie ihm stattdessen helfen würden, über seine Wahrnehmungsmuster zu reflektieren, könnten sie ihm auch helfen, an seiner Entwicklung zu arbeiten.“ Sie arbeitet mit dem Enneagramm und war prädestiniert, die damalige Kongress-Veranstaltung als Moderatorin (mit ihrem Partner) mit beispielhaftem Einfühlungsvermögen zu bereichern.

Last but not least: Ingrid Zinnel und Dr. Peter Orban, die damals gerade das Symbolon-Institut gegründet hatten und in mehreren Büchern entsprechend eines wirklichen ganzheitlichen Verständnisses darauf aufmerksam machten, wie Mikrokosmos und Makrokosmos in Entsprechung zueinander stehen und dass in jedem Lebensbereich die Gesetze der Polarität, der Resonanz und des Rhythmus wirken – und dass es die Welt nicht gibt, sondern jeder in seiner eigenen Welt lebt und seinem eigenen Gesetz zu folgen hat. (www.symbolon.de und www.ingridzinnel.com)

Mein eigener Beitrag schloss sich an diese Gedankengänge zum spezifischen Thema an, indem ich für ein betriebliches und privates verantwortliches Management als Empfehlung vorgab: „Ich führe, wie ich bin“. Dieses „Ich bin“ war und ist aber nicht so zu verstehen, dass man auf eine bestimmte, eng umrissene Rolle festgelegt sein müsste, um authentisch zu sein, zum Beispiel der niemals lachende, ehrgeizige und hart gegen sich selbst agierende Chef, sondern jener, der sein Ich in der Vielgestaltigkeit einer multiplen Persönlichkeit ausdrückt, das heißt die Vielzahl seiner Masken (personas) aufsetzt, und das „Spiel des Lebens“ spielt – angepasst an die Situationen, die er/sie in seiner Welt zu meistern hat.

Ausgerechnet in einem Beitrag von „managerSeminare“, der mit der Überschrift „Echtsein macht erfolglos – Irrglaube Authentizität“ (Autor: Rainer Niermeyer) zunächst Widerspruch herausfordert, aber in seinem Fazit zumindest Klugheit erkennen lässt, finden wir den roten Faden wieder, wie er damals gesponnen wurde:

„Es kann also nur darum gehen, das bestehende Rollenangebot bestmöglichst zu nutzen. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen bieten Rollen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Wer nicht auf einem authentisch-trotzigen ´Ich bin, wie ich bin´ verharrt und die jeweiligen Rollen annimmt, wird in ihnen wachsen. So ist zum Beispiel die rollenspielende Führungskraft in dem einen Moment verständnisvoller Coach, im nächsten detailorientierter Planer und im wieder nächsten mitreißender Visionär. Jede Rolle verlangt es, anders aufzutreten, bestimmte Züge der eigenen Persönlichkeit stärker zu betonen und einzusetzen, andere eher zurückzustellen. Jede Rolle für sich bildet ein eigenes Lernfeld, in dem die Führungskraft ihre Fähigkeiten ausfeilen kann. Und zum anderen eröffnet das Rollenspiel die Chance, mehr über sich selbst zu erfahren. Die Führungskraft wird merken, welche Rollen am besten zu ihr passen, in welchen sie sich am wohlsten fühlt….Diese Erkenntnisse können dabei helfen, ein Rollenbündel zu entwickeln, das nicht als Bürde oder Zwang zur Maske erlebt wird, sondern als persönliche Befriedigung und in sich stimmig. Das Wohlfühlen im eigenen Rollenset führt zu echter Selbstsicherheit. Von den Mitspielern mag das als Charisma, als ´Authentizität´ erfahren werden. Gehen Sie also raus, erobern Sie die Bühne durch ausgesuchte Facetten Ihrer Persönlichkeit und werden Sie so auf Dauer – authentisch!“

Es ging also nichts von jenem Geist verloren, der vor sechzehn Jahren noch milde belächelt wurde. Jene, die damals mutig für die Erneuerung des betrieblichen und privaten Managements eintraten, haben viel Gegenwind bekommen. Es schien so, als würde man „dem Ochsen ins Horn petzen“. Das ist immer so, wenn man die konservativen Leitlinien, die etwas hochhalten und bewahren wollen, was nicht mit den unabänderlichen Gesetzen im Einklang steht (Polarität, Resonanz, Rhythmus), rebellisch in Frage stellt bzw. komplementäre Lösungen dazu sucht. – Manchmal muss wirklich nur Zeit vergehen, dass die „Weltfremden“ in den Status eines Gurus erhoben werden. Die vorher genannten Personen sind es. Sie vertreten noch immer Minderheiten und suchen Mehrheiten für ihre Hypothesen eines freudvollen Miteinanders, in dem der Mensch als Mittelpunkt und im Mittelpunkt allen irdischen Geschehens gesehen und genutzt wird – als im Ausleben seiner individuellen Fähigkeiten demütiger Diener zum Wohle des Ganzen.

Ich bin wie schon Hermann Hesse davon überzeugt: Alles, was den Menschen von diesem Glück trennt, ist Zeit.