„Mekka der Esoteriker“

Quelle des Bewusstseins für das Nachvollziehen des Christus-Weges

 

Bei Rüdiger Dahlke können Sie nachlesen, welche Voraussetzungen für sein Heil-Kunde-Zentrum in Johanniskirchen gegeben sein mussten, um wirklich erfolgreich sein zu können.

Er weist darauf hin, wie wichtig es war, nicht unter finanziellem Druck zu stehen und die ideellen Interessen nicht für wirtschaftliche zu verraten, und dass es um die Verwirklichung einer klaren Vision in Gemeinschaft mit anderen ging. – Die Hermetische Philosophie blieb bis heute die Basis.

 

Ich möchte ein Erfolgsbeispiel hinzufügen und dabei den Blickwinkel ganz auf den Aspekt richten, wie wichtig es ist, Materie bewusst „bis zur bitteren Neige“ zur Verfügung zu halten, wenn man in geistig-spirituelle Bereiche finden will, getreu der Vorgabe der Hermetischen Philosophie, wonach es darum geht, eine Entwicklung vom Dicken zum Subtilen zu vollziehen. – Um es vorweg zu nehmen: Wer mit einem ganzheitlich orientierten Zentrum oder sonstigem Projekt in erster Linie Geld verdienen will, sollte besser mit Aktien und Optionsscheinen spekulieren; hier sind die Erfolgsaussichten besser. Wer bereit ist, seinen Traum von einer Begegnungs- oder Heil-Stätte mit einem einzigartigen persönlichen Selbsterfahrungs- und Transformations-Prozess zu verknüpfen, sollte sein gesamtes Hab und Gut und dazu alle sich damit verbindenden Gefühle für die persönliche Verwirklichung einsetzen, denn seiner innersten Wahrheit zu folgen und umzusetzen, was der Engel im Traum (als Vision) ins Ohr flüsterte, bringt jene Ver-zwei-flung, aus der das Glück hervorgeht, zum Ur-Vertrauen zu finden, dass in jedem Tempel (dem eigenen Körper und im projizierten Außen eines Zentrums) der rechte Geist aufgehen will und kann. Es ist das Ein-verstanden-Sein mit dem, was verloren und zurück gelassen werden muss, wenn verwirklicht werden soll, wozu Du und ich berufen sind: den Überblick zu erhalten für die Wahrnehmung dessen, was unser individueller Beitrag zum Zusammenfügen subjektiver Wahrheiten ist und dazu permanent JA zu sagen, unabhängig davon, was die Welt dazu an Pro und Contra bereit hält.

 

Daraus ergibt sich, dass Erfolgskonzepte, wie sie im Allgemeinen gehandelt werden, für das Betreiben von Seminarzentren auf einer spirituellen Grundlage nicht geeignet scheinen.

Bilden Sie sich Ihr Urteil. Ich erzähle Ihnen meine Erfolgs-Geschichten zum Centro-Lanzarote:

 

Bevor ich das Etora-Zentrum mit Pyramide auf Lanzarote mit Freunden aus der Taufe hob, war ich ganz auf dem sagenhaften Erfolgstrip im wirtschaftlichen Bereich. Ich hatte „Deutschlands größtes Anzeigenblatt“ mit Freunden im Markt etabliert, dann meine Anteile verkauft und viel Geld dafür erhalten. Ein nachfolgendes Engagement in der Verlagsbranche, „um die Rente zu verbessern“, ging schief. „Wie gewonnen, so zerronnen“ – erst recht, als auch noch eine Steuernachzahlung einen Teil des Geldvermögens auffraß. Doch parallel dazu erfuhr ich vom „Schicksal als Chance“ (Bestseller von Thorwald Dethlefsen), besuchte über die weiteren Jahre Esoterik-Seminare und absolvierte Spezial-Ausbildungen in den verschiedensten Bereichen des so genannten Okkulten. Es entstand die Buchhandlung „Mandala“ in Frankfurt und im Innern die Gewissheit, dass alles einem gesetzmäßigen Plan folgt – und dass Erfolg das ist, was das einzigartige Individuum aus der mitgebrachten Aufgabe macht, indem es dem folgt, was ihm auf den Leib geschrieben ist.

Diese Art der Lebensgestaltung verinnerlichte ich mit sechs Freunden, als wir das Etora-Zentrum auf Lanzarote gründeten. Wir verkauften unsere bis dahin geschaffenen Werte (Immobilien, Versicherungen, Beteiligungen, sonstige „Sicherheiten“), hatten schließlich nur noch Bargeld und die Krankenversicherung, gingen auf die „Insel der Trans-formation“ und gaben uns ein schriftlich formuliertes Selbstverständnis, das die Erkenntnis in sich trug, dass wir alle nur Diener für eine von uns gleichmäßig anerkannte „höhere Idee“ sind. Die Pyramide als hierarchisches Modell war dafür die Basis: aus der Polarität, der Basis der gevierteilten Welt, des Bodens der Pyramide, erheben wir uns und streben dem Punkt über uns zu, der Spitze der Pyramide, der Quinta Essentia (dem Fünften, wo sich alles vereinigt).

Davon ausgehend erarbeiteten wir in allen in der Welt relevanten Details, wie das Ganze funktionieren sollte. Schließlich hatte ich nicht umsonst das „Harzburger Modell“ als eindeutig gegliedertes, hierarchisches Erfolgsmodell für weltliches Geschehen schätzen gelernt.

Es konnte eigentlich gar nichts schief gehen. An alles war gedacht. – Doch der materielle Erfolg blieb aus. Karin und ich opferten alles Geld, das wir hatten, weil es uns um die Erfüllung der Aufgabe ging. Wir hielten durch – und mit uns die meisten Mitstreiter in der Gruppe. Doch zum Prozess-Geschehen gehörte es auch, dass über die Auseinandersetzung mit dem esoterischen Weltbild Vorstellungen abgelöst werden mussten, die vorher als gesichert galten. Ich knüpfte nämlich meinen Begriff von Erfolg daran, dass die Freundschaft mit den Mitgesellschaftern so hoch anzusiedeln sei, dass das Unternehmen Etora als gescheitert zu betrachten wäre, wenn wir nicht in der Lage wären, über alle Prozesse hinweg Freunde zu bleiben.

Und dann passierte es: Vorstellungen, wie zum wirtschaftlichen Erfolg zu kommen sei, deckten sich nicht mehr mit einer Freundin. Konsequent wollte ich das Etora-Unternehmen schon für gescheitert erklären, als eine junge Frau, die sich Isis nannte, während des Symposiums „Liebe, Eros, Sexualität“ bei einem Auto-Unfall starb. Ich hatte eine letzte Begegnung mit ihr im Leichenschauhaus. Dort „sprach“ sie mit mir auf einer Ebene der dritten Dimension und stellte fest: Wenn Teile sterben, ist das Ganze noch lange nicht gestorben. –

Mit diesem Satz ließen sich die Vorstellungen auflösen. Die Freundin schied aus – und der Erfolg setzte ein: das Seminarzentrum erlangte seine Blüte und wurde in der deutschsprachigen Welt – angelehnt an die Vorgabe einer Berichterstattung in der Illustrierten „Stern“ – als „Mekka der Esoteriker“ gesucht.

Ein Jahr später, im April 1988, lief es so gut, dass ich für meinen Arbeitsbereich eine Assistentin suchte. Ich schrieb die Stelle aus. Mehr als einhundertvierzig Personen meldeten sich. Wie auswählen? Ich folgte meiner Intuition und rief spontan eine Frau an, die die Empfehlung eines mir vertrauten Wochenblatt-Verlegers hatte. Sie setzte sich bereits am nächsten Tag ins Flugzeug – kam aber nie an. In Las Palmas brach sie in der Transit-Halle zusammen: Blutgerinsel im Kopf – tot. – Ich besorgte mir ihre Horoskop-Daten und wurde wach: Genau wie beim ersten Todesfall ging der laufende Pluto (in seiner Vor- und Rückläufigkeit) exakt über den Aszendenten des Etora-Horoskops, das wir zum Beginn unseres Gruppen-Prozesses erstellten. Außerdem war unverkennbar, dass die Analogie zu dem Fixstern Isis eine zentrale Rolle in diesem Geschehen spielte.

Was war zu lernen? – Ich tappte im Dunklen, stellte aber dann fest, dass dieselbe Konstellation noch einmal anstand: im Oktober 1988, zu jenem Zeitpunkt, da bereits mit RTL ein gemeinsamer Kongress zum Thema „Unzerstörbare Energie“ geplant war.

Vierzehn Tage vor Beginn dieses Ereignisses kam eine Frau, die bei Eröffnung des Etora-Zentrums schon einmal bei uns arbeitete und danach in die Welt gezogen war, um verschiedene Zentren kennen zu lernen. Sie sagte: Bei Etora ist es doch am schönsten, ich möchte wieder hier arbeiten. Doch bitte nennt mich bei meinem neuen, mir in Indien verliehenen Namen, nennt mich Isis. – Wieder Isis! Alle Alarmglocken klingelten in mir. Ich wusste, dass sich über sie aufdecken würde, was das Lernprogramm im Seminarzentrum sein sollte.

Tatsächlich war der Kongress drei Tage alt, als es einen fürchterlichen Schlag vor meinem Fenster gab: In Isis´ Auto war ein anderes Auto hinein gerast und machte es zu einem Schrotthaufen. Auf der Beifahrerseite torkelte Isis heraus. Ich lief nach unten, fing sie in meinen Armen auf. Die Polizei kam, stellte Fragen. Isis lag ohnmächtig auf einer Massage-Liege. Plötzlich richtete sie sich auf und schrie in den Raum: Ich bin nicht schuld. – Schweigen. Betroffenheit. Unverständnis. – Eine Weile verging. Isis richtete sich wieder auf und flüsterte: Ich bin schuld…..

…..von jenem Zeitpunkt an erlebte das Etora-Zentrum Hochkonjunktur. Es war so sonnenklar, dass es für uns darum ging, den Christus-Weg nachzuvollziehen und für unsere Idee, nach der wir in der Welt angetreten waren, zu sterben. Das hieß, die Materie und alles, was sich daran gebunden hatte, zu opfern.

Das war ein riesiger Prozess. Wir reflektierten dieses Geschehen mit unzählig vielen, unterschiedlichen Personen: natürlich mit den Gesellschaftern, mit Unternehmensberatern, mit Freunden und Feinden. Immer stellten wir fest, dass wir uns in seelisch-geistigen Bereichen als sehr reich empfanden. Wir hatten ein Forum geschaffen, in dem sich die Vielfalt der Philosophien und Religionen spiegelte. Alles wurde von einer wunderbaren Herzlichkeit getragen. Doch auf der materiellen Ebene hieß es immer wieder: Loslassen!

Und wie losgelassen wurde: Immer wieder kamen Personen, die sich für unsere Idee begeisterten und ihr versteuertes gutes Geld investierten, damit es weitergehen konnte. Sie hatten keinerlei materielle Gewinnaussichten, doch sie wollten dabei sein: bei dieser „Morgenlandfahrt“, deren Ziel bekannt war (den Sinn des individuellen Auftrags im gemeinschaftlichen Geschehen zu entdecken), aber der Weg gänzlich ungewiss.

Das ging so lange, bis im inneren Kreis die Zweifel aufkamen, ob das denn wirklich noch einen Sinn mache, so viel Materie hinzugeben für eine Idee. Erst recht dann, als im zwischenmenschlichen Bereich das transformatorische Geschehen gleichfalls Opfer forderte und Trennungen erwirkte – von dem, was seine Zeit gehabt hatte. Es fiel immer schwerer, im Vertrauen zu bleiben, bis schließlich die Entscheidung getroffen wurde, das Etora-Zentrum zu verkaufen. Dies erwies sich als nicht stimmig, denn alle Verkaufsbemühungen schlugen fehl. Warum wohl? Gab es irgendwelche Leichen im Keller? Hatten wir irgendetwas verdrängt? Über mehrere Organisationsaufstellungen ergab sich, dass es nur um den Faktor Zeit ginge, also warten, warten, warten: auf den rechten Zeitpunkt.

Dieser kam 2004. – Ich wurde vom Schicksal bestimmt, auf neuer Grundlage das Seminarzentrum fortzuführen. Im Verbund mit vielen Freunden knüpfen wir an dem an, was zu Etora-Zeiten begonnen wurde: Uns mit der Aufgabe zu identifizieren, etwas Unge-wöhnliches in der Welt zu etablieren: ein Zentrum, das CENTRO, das die ruhende Nabe eines sich permanent drehenden Rades ist. Von dieser zentralen Position aus dreht sich das Weltliche um uns. Wir kämpfen um und mit der Materie, wir setzen unsere Potenz mit Herzblut ein, schenken und lassen uns beschenken, vermitteln zwischen dem so genannten Diesseitigen und Jenseitigen, pflegen die Vielfalt im Spektrum von Körper-Seele-Geist-Transzendenz.

Spiritualität, die wir im New Age der Achtziger Jahre noch in himmlischen Sphären suchten, entdecken wir nun überall. Esoterik und Exoterik treffen sich an dem entscheidenden Punkt, wo das Innerste nach Außen und das Äußere nach Innen gekehrt wird. So entsteht Bewusstsein allüberall.

Es ist nun gar nicht mehr wichtig, wie lange dieses CENTRO (oder auch unser Johanniterhof) in seiner äußeren Gestalt lebt, es ist ja „nur“ Ausdruck von dem, was wir in unserem inneren Zentrum aus den Hunderten von Seminaren, die wir erlebten, als Extrakt heraus ziehen durften: „Ein göttlicher Wille lebt, wie auch der menschliche wanke. Hoch über der Zeit und dem Raume webt lebendig der höchste Gedanke. Und ob auch alles im ewigen Wechsel kreist, es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.“ (Schiller)

Fazit: Seminarzentren, die der reinen Wissensvermittlung dienen, befriedigen auf einer intellektuellen Ebene. Sie vertreten die These: Der richtigen Idee folgt der materielle Erfolg auf dem Fuße. – Seminarzentren, die einen religiösen Anspruch erfüllen wollen, provozieren bei dem einzelnen Seminarbesucher, dass er sich von der Materie und sich daran bindenden Gefühlen löst, wenn der „höhere Ruf“ kommt, wenn also zum Beispiel Jesus sagt „Komm und folge mir. Geh hinaus in alle Welt. Sei Menschenfischer!“ Dann heißt es, sich von dem zu trennen, dem bis dahin die Sorge galt: dem Haben-und-behalten-Wollen.

Der Gewinn ist riesig groß!