Wettbewerb

Ein Heilpraktiker aus Karlsruhe rief mich an und stornierte mit sofortiger Wirkung sein „Lebens(t)räume“-Abonnement, weil er in der Mai-Ausgabe einen von mir verfassten Artikel fand, in dem ich Ihnen „LaVita“, ein vom ehemaligen Eishockey-Champion Gerd Truntschka entwickeltes, wohlschmeckendes Nahrungsergänzungsmittel, empfohlen habe. Er sagte, solche Empfehlungen gehörten nicht in ein so wunderbares Magazin, das er mit so viel Freude bisher gelesen und geschätzt habe. Es ginge zu weit, ein einzelnes Produkt gegenüber anderen herauszustellen.

Von anderer Seite, dem Geschäftsführer eines den Zeitgeist interpretierenden Magazins, wurde mir der Vorwurf gemacht, dass man in unserem redaktionellen Bereich nicht ausreichend unterscheiden könne, was neutral und was Werbung sei.

Vermutlich gibt es auch unter Ihnen, den treuen Lesern der „Lebens(t)räume“, den einen oder anderen, der meine Tipps nicht vertrauensvoll anzunehmen weiß, weil die Vorstellung besteht, dass rein geschäftliche Interessen den Ausschlag für die Empfehlungen gäben und auch die Auswahl der redaktionellen Beiträge von kommerziellen Überlegungen ausgingen.

Diese Resonanzen sind willkommen, denn es wäre sehr blauäugig von mir, davon auszugehen, dass das Lichtvolle der „Lebens(t)räume“ nicht auch Schattenaspekte hätte. Meistens ist es allerdings so, dass die Gründe gar nicht bekannt werden, warum sich jemand abwendet und im gegebenen Zusammenhang sein Abonnement kündigt.

Nun kann ich mich offen damit beschäftigen, kann in mich gehen und überlegen, ob diese Kritiken gerechtfertigt sind, ob ich nicht wachsam genug war und jetzt etwas ändern möchte, oder ob ich vor mir selbst ausreichende Argumente finde, die es mir ermöglichen, weiterhin Verantwortung für das zu übernehmen, was ich bis dahin nach Außen vertreten habe.

Ich konfrontiere Sie mit meinen Überlegungen und fordere Sie auf, ein klares Bekenntnis abzulegen, wie Sie dazu stehen:

Die „Lebens(t)räume“ sind meine Visitenkarte. Ich lebe meinen Traum (im vertrauten Familienkreis unter einem Dach mit der Vielzahl unterschiedlicher Menschen als Wahlverwandte, die Gesundheit und Bewusstsein als Lebensmaxime suchen oder kennen) und habe wunderschöne Lebensräume.

Als gelernter Verlagskaufmann und Verleger kenne ich die Marktkriterien und die Veränderungen, die diese in den siebenundvierzig Jahren meines aktiven Arbeitslebens im Zeitungs- und Zeitschriften-Metier erfahren haben. Eine wichtige Erkenntnis war, dass man sich gegen größte Konkurrenz mit einfachen Mitteln durchsetzen kann:

* persönliche Präsenz

* Glauben an sich selbst und an die Verwirklichung einer Idee

* unbändige Freude beim außergewöhnlichen Zeit-Einsatz

* Vertrauen in die übergeordnete Führung

* Wandlungsfähigkeit (Abschiednehmen, wenn etwas seine Zeit gehabt hat, Überwindung von Ängsten, wahr und klar Neues zu gebären und auszuprobieren)

Dabei muss etwas ganz Wichtiges parallel gehen: Die Lust am Scheitern. Das heißt, dass man stets bereit sein muss, sein Bestes zu geben, sich auszudehnen, an die äußersten Grenzen zu gehen – an denen sich dann entscheidet, ob eine weitere Ausdehnung möglich ist oder ob man sich überfordert hat und dem, was ausgedehnt wurde, nicht mehr vorstehen kann. Dies ist natürlich nicht nur räumlich zu sehen! –

Wenn ich also „LaVita“ empfehle, habe ich es selbst ausprobiert und meine subjektiven, positiven Erfahrungen gemacht. Wenn ich Ihnen den „Schweizerhof“ als gut bürgerliches Restaurant in Villingen-Obereschach empfehle, dann deshalb, weil ich über 15 Jahre eine subjektive Auswahl entsprechend meines subjektiven Geschmacks gemacht habe. Wenn ich Ihnen dies alleine, am Küchentisch sitzend, erzähle, hat das natürlich eine andere Wirkung als dann, wenn ich es in 12.000 Ausgaben der „Lebens(t)räume“ veröffentliche und Ihnen dabei nicht in die Augen schaue. Am Küchentisch gegenüber sitzend sehen Sie in meinen Augen, ob sich das Feuer der Begeisterung darin spiegelt, im Magazin müssen Worte diese unmittelbare Erfahrung irgendwie kompensieren. Am besten geeignet ist dafür das über die Vielzahl von mir gelesener Berichte/Editorials gesammelte Vertrauen. Fehlt dies – oder der eine oder andere Leser traut sich selbst nicht -, wirken meine subjektiven Empfehlungen lästig oder unglaubwürdig.

Für mich ist klar, dass alles, was in „Lebens(t)räume“ zu finden ist, werbenden Charakter hat. Tatsache ist auch, dass ich die Anzeigen-Information für genauso wichtig halte wie die redaktionelle. Eine Gewissheit ist es für mich (als ehemaligem Mitherausgeber von Deutschlands größter Anzeigenzeitung ´Blitz-Tipp´ im Rhein-Main-Gebiet) auch, dass die Leserinnen und Leser die Anzeigen-Information oft sogar bevorzugter nutzen als die Hinweise im redaktionellen Bereich, der ja tatsächlich immer nur Subjektives wiedergibt. Jeder Redakteur, auch ich, sucht sich doch aus der Vielzahl der möglichen, eingereichten Manuskripte jene zur Veröffentlichung heraus, die seinen subjektiven (ehrenwerten und einzigartigen) Vorstellungen entsprechen. Von Neutralität zu sprechen, halte ich für verlogen. Das einzige, was im ein oder anderen Fall wohl noch stimmen mag, ist die Angabe, „unabhängig“ zu sein. Aber ehrlich gesagt, kenne ich nicht einen einzigen Verleger bzw. Verlag, der diesem Begriff inhaltlich gerecht werden könnte. Zumindest gibt es in aller Regel die Abhängigkeit vom Anzeigen- oder Abonnement-Umsatz.

Ein „Lebens(t)räume“-Abonnement macht dann Sinn, wenn man sich für die Themen Gesundheit und Bewusstsein unter den Vorzeichen von Spiritualität, Ganzheitlichkeit und Polarität interessiert. Wenn jemand selbstherrlich davon ausgeht, dass jeder Artikel den persönlichen Geschmack treffen müsste, ist er Korrektur bedürftig – und hat zunächst nicht die Basis für ein dauerhaftes JA zu meiner täglichen Arbeit, Ihnen den besten Extrakt meiner Erfahrungen bereit zu halten.

Mein Wunsch ist es, dass Sie kritische „Lebens-(t)räume“-Begleiter sind oder werden und auch Ihr Herz öffnen, indem Sie Ihr individuelles Pro und Contra kundtun. Dabei finde ich mich immer wieder neu, bewege Ihre unterschiedliche Kritik in meinem Herzen. Das ist Leben. Das ist Bewegung, Dynamik, Spannung. –